Die diesjährigen Wochen gegen Rassismus sind geprägt von Vorbereitungen gegen den geplanten Aufmarsch von Nazis am 29. März in der Aachener Innenstadt. Wieder muss sich die aktive Zivilgesellschaft gegen Ausländerfeindlichkeit zur Wehr setzen.

Rassismus in der Gesellschaft

Offene Demonstrationen der Nazis und Rechtspopulisten sind glücklicherweise noch eine Ausnahme in Aachen, doch rechtes Gedankengut gewinnt immer stärkeren Einfluss in unserer Gesellschaft. So stimmten 2012 über 25% der Befragten einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung eindeutig ausländerfeindlichen Thesen wie „Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen“ oder „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ zu [1].

Beunruhigend ist hierbei vor allem, dass nicht mehr nur ein geringer Anteil der Bevölkerung ausländerfeindliche Thesen unterstützt, sondern solche Meinungen zunehmend salonfähig werden. Gegen diese diskriminierenden und kaum aushaltbaren Zustände muss in Zukunft unserer Meinung ein breites und vielfältiges Bündnis aus Gewerkschaften, politischen Parteien und anderen gesellschaftlichen Gruppen fortgesetzt werden. Die politische Aufklärung der Jugend und die damit verbundene Beseitigung von Vorurteilen sind dabei aus unserer Sicht entscheidend, um die ausländerfeindlichen und diskriminierenden Meinungsäußerungen auf taube Ohren aufgeklärter Bürger_Innen stoßen zu lassen.

Diskriminierung – kein Problem der Vergangenheit

Den internationalen Tag gegen Rassismus gibt es in Gedenken an rassistische Gewalt der Apartheit-Regierung in Südafrika. Am 21. Mrz 1960 demonstrierten 5000-7000 Schwarze friedlich gegen die Apartheit. Sie wurden daraufhin von Polizist_Innen mit Maschinepistolen beschossen, 69 Menschen starben, hunderte wurden verletzt. Daher wurde der 21. März im Jahre 1966 von den Vereinten Nationen zum internationalen Tag gegen Rassismus erklärt.

In Deutschland gibt es immer wieder Anlass, an die Bedeutung dieses Gedenkens zu erinnern. Ob in Hoyerswerda in den 90er Jahren oder die aktuellen rassistischen Morde der sogenannten „Zwickauer Terrorzelle“ gab es immer wieder offene Drohungen, Verletzungen, Grabschändungen und Morde, die von rassistischen Überzeugungen motiviert waren.

Es ist deswegen so wichtig als Bürger_In klar Stellung zu beziehen, Faschismus und Diskriminierung offen und unnachgiebig entgegenzutreten und vor allem junge Menschen durch Bildung und Information gar nicht erst in rechte/ rechtsextreme Bereiche abgleiten zu lassen.

Neben körperlicher Gewalt gibt es jedoch noch viele weitere Arten von Diskriminierung. Fremdenfeindliche Motive spielen in Diskussionen um Asylbewerber_Innen immer wieder eine Rolle, aber auch im normalen Lebensalltag werden Menschen mit migrationshintergrund immer wieder diskriminiert. So fühlt sich laut einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes etwa jede_R vierte Schüler_in und Student_In im Bildungssystem nicht gleich behandelt. [2]

Aus unserer Sicht besteht daher immer noch die Notwendigkeit, in der Gesellschaft für Toleranz zu werben und Diskriminierung aller Art aktiv zu bekämpfen.

29. März – Stoppt die Nazis

Am 29. März ruft die „Partei“ die Rechte zu einem Fackelmarsch „gegen Multikultur“ in Aachen auf. Sie möchten sich dafür um 18:00 Uhr am Hauptbahnhof treffen. Es gibt mindestens zwei verschiedene Gegendemonstrationen:

Eine Kundgebung eines bürgerlichen Bündnisses, welches sich um 18:00 Uhr am Elisenbrunnen versammelt. Informationen hierzu gibt es unter anderem auf dem Facebook Event 

eine Blockade des Bahnhofs bzw. der Demonstration. Informationen hierzu: AK Antifa (wahrscheinlich die aktuellsten Informationen) und weitere Infos auf Indymedia

Wir bitten um zahlreiche Teilnahme an einer der beiden Demonstrationen!