Diesel-Pkw stoßen im normalen Fahrbetrieb auf der Straße – zum Teil erheblich – höhere Stickoxidemissionen aus als auf dem Rollenprüfstand im Labor. Nach Angaben der EU-Kommission überschreiten derzeit hergestellte Euro-6-Dieselfahrzeuge unter realen Fahrbedingungen den Grenzwert für Stickoxide im Durchschnitt um das Vier- bis Fünffache.

Erhöhte Stickoxide gefährden die Gesundheit und können zum Tode führen. In 29 Regionen Deutschlands liegt die Luftbelastung über den zulässigen Grenzwerten. An weit über der Hälfte der Messstellen liegt sie stark darüber. Sogar in Wohnungen, Kindertagesstätten und Schulzimmer

n werden die zulässigen Grenzwerte überschritten. Nach Berechnungen der Europäischen Umweltagentur (EEA) starben 2012 in Deutschland 10.400 Menschen vorzeitig an den Folgen erhöhter Stickoxid-Konzentrationen. Für die Atemwege von Kindern sind sie besonders gefährlich. Die EU- Kommission hat wegen anhaltend hoher Schadstoffwerte und unzureichender Gegenmaßnahmen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland angestrengt.

Es brauchte die US-amerikanische Umweltbehörde Environment Protection Agency (EPA), um den Abgasskandal ins Rollen zu bringen. Durch hartnäckige Untersuchungen hat sie den Volkswagen- Konzern zu dem Eingeständnis gezwungen, bei Labormessungen illegale Motorsoftware einzusetzen, um US-amerikanische Abgasnormen zu umgehen. Weltweit sind elf Millionen VW-Fahrzeuge der TDI- Dieselmotorreihe VW EA189 betroffen (in den USA auch die Nachfolgereihe VW EA288). Damit bringt „Dieselgate“ zugleich ein massives Staatsversagen von Regierung und Kontrollbehörden in Deutschland ans Licht.

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