Am 26. März durften wir den Referenten Martin Knörzer vom NaturschutzBund Stadt Aachen begrüßen. Warum Artenschutz eigentlich so wichtig für uns Menschen ist und was man dagegen tun kann, dass gab es alles in seinem Vortrag.

 

ARTENSCHUTZ IST HEIMAT

Heimat – das sind besondere Menschen und Erinnerungen, aber auch die Landschaft, in der wir aufgewachsen sind:    eine Wiese mit hohem Gras, ein dichter Wald, summende Insekten und zwitschernde Vögel. Doch diese Heimat ist in Gefahr, denn immer mehr heimische Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Viele Landschaften haben sich dramatisch verändert und drohen aus dem ökologischen Gleichgewicht zu geraten.

45 Prozent der beobachteten Tier- und Pflanzenarten in NRW sind gefährdet oder bereits ausgestorben. Laut einer Untersuchung des Naturschutzbundes gibt es in NRW heute 80 Prozent weniger Insekten als noch 1980 und laut EU-Umweltbericht steht jede dritte Vo- gelart auf der Warnliste, darunter die Feldlerche, das Braunkehlchen und der Kiebitz. In Deutschland sind 48 Prozent der Wildbienenar- ten in ihrem Bestand gefährdet oder bereits ausgestorben und auch die Zahl der Schmetterlinge nimmt rapide ab. Da der Obst- und Gemüseanbau von diesen Bestäubern abhängt, hat das Artensterben alarmierende ökologische und auch ökonomische Folgen.

 

LANDWIRTSCHAFT

Kein Wirtschaftszweig ist so eng verbunden mit der Natur wie die Landwirtschaft. Sie hat sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten massiv verändert. Viele kleine Höfe verschwanden, die Zahl der Großbetriebe wächst. Dies führt vermehrt zu Problemen, wie zum Beispiel: Immer mehr Vieh, lässt die Güllemengen steigen und sorgt für mehr Nitrat in Böden und Gewässern oder immer mehr Mais und Raps werden als Biomasse für Kraftstoffe und Biogasanlagen angebaut. Diese Monokulturen schädigen langfris-tig die Böden und nicht zu vergessen, der zunehmende Einsatz von Pestiziden wie dem Totalherbizid Glyphosat schädigt Boden- und Wasserqualität und macht insbesondere den Kleinstlebewesen zu schaffen.

 

HÖCHSTE ZEIT, GEGENZUSTEUERN

Damit die Natur intakt bleibt und Kiebitze, Bienen und Co. wieder genug Nahrung finden, sind folgende Maßnahmen in der Landwirtschaft notwendig:

  • Fruchtfolgen im Ackerbau einhalten, damit sich die Ackerböden erholen und mehr biologische Vielfalt erreicht wird
  • keine oder zumindest deutlich weniger Pestizide einsetzen
  • die Gifte Glyphosat und Neonikotinoide verbieten
  • eine an die Fläche angepasste Tierhaltung
  • risikoarme, an die Bodenqualität angepasste Düngung
  • mehr Blüh- und Uferrandstreifen sowie ökologisch wertvolle Grünlandflächen schaffen
  • EU-Agrarfördergelder gezielt für bäuerliche Strukturen, den Erhalt der Artenvielfalt, eine artgerechte Tierhaltung und für den Schutz der Umwelt einsetzen

 

Was jede und jeder selbst tun kann:

  • Gärten sollten grün sein. Steingärten vermeiden, weil Insek- ten und Vögel dort nichts zu fressen finden.
  • Vögel ganzjährig füttern, da sie in der Natur nicht genug Nahrung finden.
  • auf saisonale und regionale Produkte achten. Insbesondere der ökologische Landbau und die artgerechte Tierhaltung bieten gute Voraussetzungen für mehr Artenvielfalt, weil hier auf den Einsatz von Pestiziden, Gentechnik und chemischem Dünger verzichtet wird.
  • öfter nachfragen, woher Produkte stammen und unter welchen Kriterien sie angebaut und hergestellt wurden

 

 

 

 

Quelle: Grüne Fraktion NRW (Faltblatt)