Jetzt. Für Morgen.„, so lautete das Motto der Mitgliederversammlung am 26.01.2018. Es ist wichtiger denn je Initiative zu ergreifen, wichtiger denn je für eine gute Sache zu kämpfen. Das war auch den zahlreichen Mitgliedern bewusst, die an der alljährlichen Hauptversammlung teilnahmen. Wie jedes Jahr wurde auch ein neuer Vorstand gewählt, der das Jahr in Angriff nimmt. Wenn ihr mehr über unseren neuen Vorstand erfahren wollt und wie sie zu was stehen, dann klickt hier.

Das Jahr 2018 unter dem Motto „Jetzt. Für Morgen.“ steht unter zwei großen Themenblöcken, die zu einem
den Insektenschutz als Thema im Frühjahr und das Thema Europa im Herbst hat. Unteranderem sind verschiedenste kleine Themen rund ums Jahr verteilt, sodass eine große Auswahl gegeben ist.

Warum das Thema Insektenschutz?

Eine Studie der Radboud-Universität in Nijmwegen zeigt, dass in 63 deutschen Schutzgebieten in den letzten 27 Jahren 76% weniger Fluginsekten leben. Das ist eine dramatische Entwicklung.

Dieses massive Insektensterben muss dringend ernst genommen werden. Jetzt nicht zu handeln, wäre mehr als fahrlässig. Um Insekten, wie zum Beispiel Bienen, Nahrungsgrundlagen und Lebensräume zu geben, in denen sie auch überleben können, brauchen wir auch in der Pflanzenwelt und damit auf  nrws Äckern und Feldern mehr Artenvielfalt statt der immer mehr zunehmenden Monokulturen, hohem Pestizideinsatz und Gentechnik. Es braucht endlich wirksame Anbauverbote für Gentech-Pflanzen. Auch Monokulturen und den massiven Einsatz von Pestiziden darf es in Zukunft nicht mehr geben, da diese auch die Böden in erheblichem Maße schädigen. Auch in den Städten gilt es Bienen einen Lebensraum zu bieten. Deswegen muss mehr in Streuwiesen und Biotope investiert werden.

Insekten sind ein unerlässlicher Teil unseres Ökosystems, das ohne sie zusammen brechen würde. Der massive Einbruch der Insekten bedroht auch unsere Lebensgrundlagen in höchsten Maßen. Der starke Rückgang der Insekten betrifft und gefährdet uns alle. Deutschland liegt im europaweiten Vergleich unter dem Durchschnitt was die Ausweisung der wertvollen Flora-Fauna-Habitat-Gebiete angeht. Wir fordern das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf, sowohl die eigenen staatlichen als auch die kommunalen wie auch privaten Waldgebiete umfassend auf ihre Schutzbedürfnisse überprüfen zu lassen und in FFH-Gebieten die Bewirtschaftung einzustellen.

Warum das Thema Europa?

Die Menschen in Großbritannien haben sich für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Als überzeugte EuropäerInnen bedauern wir das sehr. Insbesondere die massive Kampagne vonseiten der Rechtspopulisten in Großbritannien hat ein Klima geschürt, in dem nationale Interessen über gemeinsame europäische Interessen gestellt wurden und Stimmung gegen die EU auf dem Rücken von Migrant_innen und Geflüchteten gemacht wurde.

Als progressive Jugendorganisationen haben auch wir viel zu kritisieren an der momentanen Situation der Europäischen Union. Die Länder in der Europäischen Union haben es bislang nicht geschafft, eine gemeinsame Antwort in der Migrations-und Asylpolitik zu geben. Statt Menschen zu schützen steht der Grenzschutz im Vordergrund. Auch die anhaltend hohe Jugendarbeitslosigkeit oder die immer noch fehlende Finanztransaktionssteuer sind ein Armutszeugnis für Europa.

Auf der anderen Seite ist jedoch auch klar: ein Rückfall in Nationalismus und Kleinstaaterei bringt uns keinen Millimeter weiter. Das werden auch die Menschen in Großbritannien zu spüren bekommen. Gerade auch im Interesse von jungen Menschen in ganz Europa appellieren wir deshalb an die Regierungschef_innen und an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments: Europa hat Zukunft! Aber dafür müssen wir endlich einen Neustart herbeiführen!

Wir brauchen mehr denn je ein politisches Europa, ein Europa, dass Freiheit und Freizügigkeit für seine Bürger_innen verteidigt. Wir brauchen ein Europa das die europäische Demokratie ausbaut und Menschen statt Märkte in den Fokus der Politik nimmt. Nur gemeinsam kann Europa den Finanzmarktkapitalismus besser regulieren und politische, soziale und ökologische Probleme angehen.